Anträge

01.02.2018, 11:46 Uhr
 
Durchführung des Projektes „Babylotsen“ in der Stadt Hanau
Der Magistrat der Stadt Hanau soll gemeinsam mit der Stabsstelle Prävention nach möglichen Trägern suchen und die Finanzierung gemeinsam mit dem Main- Kinzig- Kreis unterstützen. Die bisherigen Kooperationspartner sind insbesondere im Hinblick auf einen sparsamen Umgang mit städtischen Mitteln, sowie den bereits gesammelten Erfahrungen angemessen zu berücksichtigen.

Konkret soll wie folgt vorgegangen werden:

  1. Besprechung konkreter Schritte zur Durchführung ab diesem Jahr 
  2. Feststellung, der nicht aus Fördermitteln des Bundes, des Landes Hessen sowie von privaten Sponsoren gedeckten Kosten des Projektes
  3. Feststellung, der nicht aus Fördermitteln des Bundes, des Landes Hessen sowie von privaten Sponsoren gedeckten Kosten des Projektes

Die Stadt Hanau nimmt weiterhin Kontakt mit dem Kreisausschuss auf, welchem selbiger Antrag bereits seit November 2017 vorliegt. Ziel dabei ist es, eine anteilige Beteiligung an den Kosten für die Durchführung des Projektes zu erreichen.

Das Projekt wird zunächst auf drei Jahre befristet.

Begründung:
Ein fehlendes familiäres Umfeld, finanzielle Sorgen, Integrationsprobleme oder psychische Erkrankungen sind häufige Gründe dafür, dass sich junge Eltern mit ihrem Baby überfordert fühlen. Wenn Eltern in Belastungssituationen leben, kann sich dies negativ auf die Eltern-Kind-Beziehung und die kindliche Entwicklung auswirken. In schwerwiegenden Fällen können sogar Vernachlässigung oder Aggression gegen das Kind die Folge sein.

Das Projekt Babylotse soll sich an alle Schwangeren und junge Familien wenden, deren Kinder in den drei Kliniken auf dem Gebiet des Main-Kinzig-Kreises und der Stadt Hanau geboren werden.

Die Babylotsen erkennen Probleme und den Bedarf an Unterstützung, sprechen mit den jungen Eltern, vermitteln Beratung und Hilfsangebote. Ziel des Programms Babylotse ist die Förderung einer gesunden Kindesentwicklung, unabhängig von der psychosozialen Belastungssituation in der Familie. Das Programm richtet sich an junge Familien im Zeitraum Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit. Speziell qualifizierte Babylotsen beraten Familien in Frauenarztpraxen und Geburtskliniken, um frühzeitig psychosoziale Belastungen zu erkennen und eine erfolgreiche Vermittlung an geeignete Hilfen zu ermöglichen. Das Angebot ist für die Familien freiwillig und kostenlos. Das Programm führt nachweislich zu einer früheren und stabileren Inanspruchnahme Früher Hilfen.

In Hanau werden pro Jahr derzeit knapp 2400 Babys, im gesamten Main-Kinzig-Kreis knapp 4000 Babys geboren. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass bei ca. einem Drittel der Familien mit Neugeborenen rund um die Geburt weiterer Informations- und Unterstützungsbedarf unterschiedlicher Ausprägung besteht. Dies wären in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis ca. 1300 Familien.

Die Stabsstelle Prävention hat sich diesem Projekt bereits angenommen und verfolgt das Ziel, die Babylotsen nach Hanau zu bringen. Allerdings ist die Finanzierung nicht gesichert und geeignete Träger müssen noch gefunden werden. Der Projektpartner Sozialdienst katholischer Frauen hat bereits erhebliche Mittel des Bundes und des Landes aus den „Frühen Hilfen“, aus Mitteln der SeeYou- Stiftung, der Town und Country Stiftung sowie der Flughafenstiftung (hier sogar eine Förderzusage in Höhe von 80.000 Euro) generieren können. Zuletzt hat der Kreistag des Main- Kinzig- Kreises erhebliche Mittel eingeplant, um das Projekt realisieren zu können.

Die CDU-Fraktion ist der Überzeugung, dass das Projekt eine sehr wichtige Ergänzung der bestehenden Infrastruktur ist, das die Stadt und den Main-Kinzig-Kreis als familienfreundliche Kommune und familienfreundlichen Kreis stärkt.

Mit freundlichen Grüßen,
Isabelle Hemsley (Fraktionsvorsitzende)